Vom CAD-Modell zum Fertigungsauftrag: Durchgängige Prozesse mit KUMAVISION factory365

Harald Büchel
Harald Büchel
Principal Consultant bei KUMAVISION

 

Das KUMAVISION PDM-Interface beschleunigt den Weg vom CAD-Modell zum Fertigungsauftrag, indem Konstruktionsdaten kontrolliert in Artikel, Stücklisten, Versionen und Fertigungsinformationen überführt werden. 

Unternehmen reduzieren dadurch manuelle Doppelerfassungen, Übertragungsfehler, Nacharbeit und Fehlbestellungen; typische Nutzenbeispiele sind 30-50 % weniger manueller Pflegeaufwand für Artikel- und Stücklistendaten, 20-40 % kürzere Freigabezyklen zwischen Konstruktion und Fertigung sowie deutlich weniger Rückfragen bei Änderungen. 

Gleichzeitig steigen Stammdatenqualität, Änderungs- und Revisionssicherheit sowie die Transparenz über Material- und Kapazitätsverfügbarkeit. In der Praxis kann dies beispielsweise bedeuten, dass ein ÄÖnderungsfall nicht mehr mehrere tage Abstimmung verursacht, sondern innerhalb eines definierten Prüf- und Freigabeprozesses am selben oder nächsten Arbeitstag bewertet wird. 

Für Entscheider bedeutet das: stabiliere Liefertermine, geringere Prozessrisiken, weniger gebundenes Kapital durch Fehlbestellungen und eine belastbare Grundlage für skalierbare Fertigungsprozesse.

Daten- und Systemarchitektur im Maschinen- und Anlagenbau

Vom CAD-Modell bis zum Fertigungsauftrag müssen Konstruktionsdaten zuverlässig, vollständig und ohne Medienbruch in die operative Abwicklung gelangen. Gerade im Maschinen- und Anlagenbau ist eine durchgängige CAD/PLM-ERP-Verbindung entscheidend, damit aus Konstruktionsdaten schnell und sicher fertigungstaugliche Aufträge werden. Damit dieser Übergang kontrolliert funktioniert, braucht es eine klare Rollentrennung zwischen der konstruktiven Produktdefinition und der operativen Fertigungssteuerung:

  • CAD/PLM-System (Führend für die eBOM): Besitzt die Hoheit über die konstruktive Produktdefinition (Geometrie, CAD-Struktur, Zeichnungen, technische Merkmale und Entwicklungsstückliste/eBOM).
  • ERP-System (Führend für die mBOM & Exekution): KUMAVISION factory365 (basierend auf Microsoft Dynamics 365 Business Central) steuert die operative Abwicklung. Das System führt die Fertigungsstückliste (mBOM), Arbeitspläne und Kalkulationen und steuert Einkauf, Lagerlogistik sowie Fertigung.

Die automatisierte Schnittstelle schafft dafür die technische Grundlage: Sie reduziert Doppelerfassungen, verbessert die Stammdatenqualität und verkürzt den Weg von der Konstruktion bis zur Fertigungsfreigabe.

Begriffsdefinition: eBOM vs. mBOM

Zur klaren Trennung der Datenhoheit wird in der Prozessarchitektur zwischen eBOM und mBOM unterschieden:

  • eBOM (Engineering Bill of Materials / Konstruktionsstückliste): Definiert das Produkt aus Sicht der Entwicklung. Sie bildet die funktionale und geometrische Struktur (Teile und Baugruppen) exakt so ab, wie das Produkt konstruiert wurde.
  • mBOM (Manufacturing Bill of Materials / Fertigungsstückliste): Definiert das Produkt aus Sicht der Fertigung. Sie nutzt die eBOM als Basis, restrukturiert diese jedoch für den Fertigungsprozess (z. B. durch abweichende Baugruppen). Zusätzlich enthält die mBOM fertigungsrelevante Positionen, die nicht konstruiert werden (z. B. Schmierstoffe, Kleber, Verpackungsmaterial, Hilfswerkzeuge) und ist logisch mit den Arbeitsplänen des ERP-Systems gekoppelt.

Diese Trennung ist ein etablierter Industriestandard in der Produktions- und IT-Architektur.

Die technologische Lösung: Das KUMAVISION PDM-Interface

Das KUMAVISION PDM-Interface verbindet CAD-/PDM-Systeme mit KUMAVISION factory365 auf Basis von Microsoft Dynamics 365 Business Central. Es überträgt Konstruktionsdaten kontrolliert ins ERP-System und sorgt dafür, dass Artikel, Stücklisten, Versionen und relevante Fertigungsinformationen automatisiert angelegt oder aktualisiert werden.

Wie die Schnittstelle arbeitet:

Die Schnittstelle unterscheidet zwischen Daten, die aktiv ins ERP geschrieben werden, und Referenzdaten, die nur zur Prüfung gelesen werden. So wird verhindert, dass falsche oder unvollständige Informationen in Stammdaten, Stücklisten oder Fertigungsprozesse gelangen.

  • Aktiv übertragene Daten: Dazu gehören Artikel, Varianten, Versionen, Fertigungsstücklisten, technische Merkmale und lager- bzw. werksbezogene Informationen.
  • Prüf- und Referenzdaten: Dazu gehören freigegebene Maßeinheiten, Artikelkategorien, Werkstoffe, technische Attribute sowie Lieferanten- oder Herstellerinformationen.

Reihenfolge der Datenübergabe: Damit im ERP-System keine unvollständigen oder widersprüchlichen Strukturen entstehen, werden die Daten in einer festen Reihenfolge übertragen: zuerst der Artikel, dann die Einheiten, anschließend die Stückliste und zuletzt die Zuordnung zum Artikel oder Lagerkontext.

  1. Anlage Artikelstamm
  2. Definition Artikeleinheiten
  3. Anlage Fertigungsstückliste (Kopf und Zeilen)
  4. Zuordnung der Stückliste zum Artikel oder zur SKU

Umgang mit Änderungen und Revisionen

Technische Änderungen aus der Konstruktion werden als nachvollziehbare Artikelversionen geführt. Wenn unterschiedliche Revisionsstände auch physisch getrennt gelagert und bewertet werden müssen, erfolgt dies über Artikelvarianten. 

Strategische Takeaways für Entscheider: Kaufmännischer & operativer Nutzen

Für Entscheider zählen vor allem drei Effekte: schnellere Freigaben, geringere Fehlerkosten und stabilere Liefertermine. Das KUMAVISION PDM-Interface verbindet PDM, Engineering und ERP zu einem kontrollierten End-to-End-Prozess und reduziert damit operative Reibungsverluste an einer geschäftskritischen Schnittstelle. Die wichtigsten Führungsargumente sind:

  • Weniger Aufwand und Fehler: Automatisierte Datenübergaben reduzieren manuelle Doppelerfassung, Nacharbeit und Fehlbestellungen.
  • Mehr Prozesssicherheit: Änderungen werden kontrolliert geprüft, bevor sie in laufende Fertigungsaufträge übernommen werden.
  • Bessere Steuerbarkeit: Material- und Kapazitätsengpässe werden früher sichtbar und ermöglichen belastbarere Terminentscheidungen.

Damit stärkt KUMAVISION factory365 die Datenqualität, senkt Prozessrisiken und schafft eine belastbare Grundlage für skalierbare Fertigungsprozesse.

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Für ein persönliches Gespräch steht Ihnen Vincent Schatz gerne zur Verfügung:

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