KI, Compliance und die Wettbewerbsfähigkeit am Standort D: Das war die MEDICA 2025

KI, Compliance und die Wettbewerbsfähigkeit am Standort D: Das war die MEDICA 2025

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Wolfgang Renner

Wolfgang Renner

Leitet den Bereich Gesundheitsmarkt und Medizintechnik der KUMAVISION und verantwortet in dieser Funktion auch das Qualitätsmanagement

Die MEDICA 2025 war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg für KUMAVISION. Vom 17.–20. November präsentierten wir uns am Gemeinschaftsstand von Medical Mountains in Halle 10 – mitten unter den Geräteherstellern und damit genau dort, wo für uns die relevantesten Gespräche entstehen. Die Entscheidung für diesen Standort war goldrichtig: kurze Wege zu Partnern, hoher Besucherstrom und viele wertvolle Begegnungen mit Kunden, Interessenten und Branchenexperten.

Mit über 2.000 Herstellern aus aller Welt zeigte sich erneut, wie international die Branche geworden ist. Für uns als Technologiepartner in der D-A-CH-Region bleibt die MEDICA ein wichtiger Ort, um Markttrends zu verstehen, Kundenthemen mitzunehmen und neue Impulse für unsere Lösungen zu gewinnen.

Starke Begegnungen – mit Kunden, Interessenten und Partnern

Ein zentrales Fazit: Die MEDICA bleibt für uns ein unverzichtbarer Touchpoint. Viele unserer Bestandskunden nahmen die Gelegenheit wahr, uns persönlich zu treffen – oft mit sehr wertschätzendem Feedback zu laufenden Projekten. Besonders hervorgehoben wurden:

  • gut strukturierte Einführungsvorhaben,
  • verlässliche Projektleitung,
  • Termintreue,
  • effektive Workshops und Schulungen.

Auch der Netzwerkabend des Medical-Mountains-Verbunds zeigte Wirkung: In lockerer Atmosphäre konnten bestehende Beziehungen gestärkt und neue Kontakte geknüpft werden. Besonders aus der Tuttlinger Region kamen wichtige Impulse – und das Feedback war eindeutig: „Gut, dass wir euch hier sehen!“ Gerade bei ERP-Software - einem unternehmenskritischen Thema - zählt nicht nur die Technologie, sondern auch das Vertrauen in die Menschen dahinter.

Die Medizintechnik bleibt stabil, relevant und innovationsgetrieben, trotz wachsender regulatorischer Hürden. Die zunehmende Internationalisierung zeigt auch, dass wir unsere Kunden befähigen müssen, neue Märkte ebenso effizient und sicher anzugehen. Beispielsweise wenn bei Compliance & Co. zukünftig FDA statt MDR den Ton angeben wird. Oder beim schnellen Aufbau von Vertriebsniederlassungen im Ausland. Klare Botschaft aus dem Markt: Unsere Branchensoftware KUMAVISION medtec365 und das Betreibermodell SaaS legen dazu wertvolle Grundlagen.

Markttrends, die den Dialog dominierten

In nahezu allen Gesprächen wurden dieses Jahr vier große Themen sichtbar:

1) Künstliche Intelligenz – viel Interesse, wenig Orientierung

Künstliche Intelligenz war das Trendthema der Messe – aber zugleich eines mit vielen Fragezeichen.
Viele Besucher fragten:

  • Was ist KI im praktischen Unternehmensalltag?
  • Was unterscheidet KI-Agents von Copiloten?
  • Wo genau bringt KI echte Entlastung?

Praktisch kein Gespräch ohne die Frage, wie wird KI in der Medizintechnik konkret nutzbar? Genau hier konnten wir ansetzen. Denn unser Technologiepartner Microsoft bietet für die aktuelle Business Central-Version eine umfassende KI-Unterstützung, die direkt in die ERP-Software integriert ist.

Wir zeigten konkrete Einsatzmöglichkeiten für Künstliche Intelligenz – von automatisierten Auswertungen über Copilot-Funktionen in Business Central bis hin zu KI-gestützten Prozessen in regulatorischen Aufgaben. Das Interesse war enorm, der Bedarf an pragmatischen, verständlichen Lösungen deutlich spürbar.

Neben Microsoft Copilot haben wir unter anderem den Sales Order Agent in Düsseldorf gezeigt, der Verzögerungen erkennt, Produktions- und Kundenaufträge prüft und automatisch Kunden über geänderte Liefertermine informiert.

2) Regulatorik & MDR – weiterhin ein Belastungsthema

Die Unsicherheit rund um MDR, FDA, Dokumentationspflichten und Marktbeobachtung bleibt groß.
Viele Gespräche drehten sich um:

  • Bürokratie und steigende Aufwände
  • abnehmende Innovationskraft in Europa
  • den Wunsch nach digitalen Prozessen, die die Teams entlasten

Praktisch alle Unternehmen bestätigten, dass die aktuelle Regulierung – allen voran die MDR – die Innovation in Europa massiv ausbremst. Die Folge: Immer mehr Unternehmen bringen Produkte zuerst in den USA oder Asien auf den Markt, nicht wegen strategischer Nähe, sondern weil FDA-Prozesse oft planbarer sind als MDR-Vorgaben.

Trotzdem bleibt der europäische Mittelstand stark, besonders in der Produktentwicklung und in der Vermarktung. Die größten Herausforderungen entstehen im Bereich IT und Compliance. Hier wollen wir mit unserer ERP-Branchenlösung für die Medizintechnik und unseren Services den Unternehmen maximale Entlastung bieten. Beispielsweise sorgt unsere Compliance-Lösung dafür, dass fehlende Zulassungen bereits bei Anfragen erkannt werden.

3) Digitalisierung, Datenqualität & Cybersecurity

Neben aktuellen Cyberangriffen beschäftigte viele Unternehmen die Frage: Wie sicher sind Daten in Cloud-Umgebungen – besonders mit internationaler Infrastruktur? Hier waren transparente Antworten gefragt: Datenhaltung in der EU, Microsoft-Standorte und Strategien, mit denen Unternehmen langfristige Sicherheit gewinnen.

Die Bereitschaft, in robuste und sichere Systeme zu investieren, wächst. Die Diskussion wird sachlicher, und ist deutlich weniger von Vorbehalten gegenüber Cloud-Lösungen als in den Vorjahren geprägt. Wir sehen in dem Betreibermodell Software-as-a-Service und in der Zusammenarbeit mit unserem Technologiepartner Microsoft einen zentralen Hebel, um die Daten und Systeme unserer Kunden zu schützen. In der SaaS-Welt ist uns noch kein erfolgreicher Hacker-Angriff auf Kundensysteme bekannt.

Auch das hat die MEDICA gezeigt: Viele Unternehmen kämpfen mit unsauberen Daten und/oder unklaren Prozessen, was die Automatisierung und Skalierung von Prozessen extrem erschwert. Bei der Ablösung von älteren IT-Systemen steht bei vielen Unternehmen die Rückkehr zum Standard auf der Agenda, beispielsweise zu den Referenzprozessen unserer Branchensoftware. Die Richtung ist klar: Mehr Automatisierung, weniger manuelle Arbeit, mehr Prozesssicherheit.

Ein besonders spannender Austausch betraf die zunehmende Automatisierung im OP-Umfeld. Ein Beispiel: Ein Hersteller zeigte eine Lösung zur Instrumentenerkennung über Barcodes und API-Ansteuerung. Das Ziel: eine vollständige Kontrolle darüber, welche Instrumente in einem OP-Sieb fehlen – inklusive automatischer Nachbestückung und Dokumentation für die Wiederaufbereitung. Wenn solche Workflows zuverlässig funktionieren, entlastet das Teams um mehrere Vollzeitstellen.

4) Neue Marktbewegungen – Automotive trifft Medizintechnik

Ein spannender Trend: Zulieferer aus der Automobilindustrie suchen zunehmend neue Geschäftsfelder in der Medizintechnik.
Auf der Messe wurde sichtbar, dass dieser Transfer nicht nur Theorie ist – er passiert bereits und wird durch neue Allianzen in der Branche gefördert. Das eröffnet auch für unsere Kunden neue Potenziale.

Technologie-Highlights – das hat unsere Besucher begeistert

Auch wenn viele noch wenig konkrete Berührung mit KI hatten, war das Staunen groß, sobald wir Beispiele zeigten – etwa:

  • den Sales Order Agent, der Verzögerungen in der Lieferkette automatisch erkennt, Auswirkungen prüft und Kunden informiert
  • Copilot-Funktionen, die Auswertungen und Kreuztabellen in Sekunden erstellen
  • nahtlos integrierte Prozesse für Qualitätsmanagement, Zulassungsmanagement und internationale Lieferfähigkeit
  • digitale Dokumentation für Instrumentensiebe, z. B. nach UDI, Wiederaufbereitung oder Chargenverwaltung

Unsere große Stärke lag darin, auf konkrete Szenarien der Besucher mit KUMAVISION medtec365 konkrete Antworten geben zu können.

Unser Fazit: Ein stabiler Markt und viele Chancen

Der Medizintechnikmarkt zeigt weiterhin robustes Wachstum und bleibt einer der stärksten industriellen Sektoren Deutschlands. Für uns bedeutet die Messe vor allem eines:
Bestätigung, dass wir technologisch exakt die Themen adressieren, die die Branche bewegen.

Gleichzeitig sehen wir ein großes Potenzial, Inhalte rund um KI, regulatorische Prozesse und Qualitätssicherung künftig noch verständlicher und praxisnäher aufzubereiten.

Mein persönliches Fazit: Die MEDICA 2025 war eine starke Messe mit klaren Signalen: Die Branche sucht Orientierung, Entlastung und echte Digitalisierung. KI ist kein Zukunftsthema mehr, sondern eine Frage nach konkretem Nutzen. Und genau dort fühlen wir uns als KUMAVISION zuhause: Lösungen zu entwickeln, die funktionieren, Prozesse vereinfachen und regulatorische Anforderungen verlässlich abbilden.

Ausblick: Was wir für Sie mitnehmen

Für die kommenden Monate nehmen wir uns fest vor:

  • KI verständlich zu machen – nicht technisch, sondern praxisnah
  • mehr konkrete Beispielprozesse und Use Cases zu zeigen
  • Regulatorik und Qualitätssicherung mit neuen Technologien zu vereinfachen
  • mit ausgewählten Kunden KI-Pilotprojekte zu starten

Denn eines wurde auf der MEDICA 2025 klar:
Die Branche will digitaler werden – aber verständlich, greifbar und mit echtem Nutzen.
Und genau da setzen wir an.

Wir bedanken uns bei allen Kunden, Partnern und Interessenten für die wertvollen Gespräche und freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Schritte. 

Sie möchten mehr erfahren?

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Branchenseite für Medizintechnik.

Für ein persönliches Gespräch steht Ihnen Philip Wilde gerne zur Verfügung:

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