Plattform statt Flickenteppich: Wie KI im Großhandel wirklich wirkt

Niklas Böhlen
Presales Consultant bei KUMAVISION. Durch seine Beratungstätigkeit ist er mit den Anforderungen mittelständischer Unternehmen sowie der effizienten und zielgerichteten Umsetzung von Digitalisierungsprojekten bestens vertraut.
Teil 2 unserer Serie „Handel im Wandel"
Die Diskussion, ob sich Künstliche Intelligenz im Großhandel durchsetzt, ist beendet. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) stuft KI bereits heute als sehr oder äußerst relevant für das eigene Geschäft ein, in fünf Jahren rechnen sogar 85 Prozent damit. Die eigentliche Frage lautet: Wer gestaltet diese Entwicklung mit – und wer verwaltet in fünf Jahren nur noch den Rückstand?
Warum viele KI-Projekte im Alltag scheitern
Während IT-Dienstleister und Automobilindustrie bei der KI-Nutzung bereits weit vorangeschritten sind, zählt der Großhandel branchenübergreifend eher zu den Nachzüglern. Ein zentraler Grund dafür: KI wird oft als isoliertes Zusatztool neben der bestehenden IT betrieben, mit eigener Datenlogik, zusätzlicher Datenpflege und Ergebnissen, die erst mühsam überprüft werden müssen.
Genau hier liegt der eigentliche Denkfehler: KI ersetzt keine schlechte Datenbasis, sie braucht eine gute. Nur wenn Stamm- und Bewegungsdaten sauber und konsistent vorliegen, liefert KI verlässliche Ergebnisse. Der wirtschaftliche Nutzen entsteht erst danach: Wenn Mitarbeiter weniger Zeit mit Suchen, Prüfen und Nacharbeiten verbringen, lassen sich Prozesse beschleunigen und vorhandene Ressourcen produktiver einsetzen. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel wird das für viele Großhändler zu einem entscheidenden Hebel.
Das Ökosystem als technologisches Fundament
Viele Großhändler verfügen heute über mehrere Einzellösungen für Vertrieb, Einkauf, Service, E-Commerce und Auswertung. Die eigentlichen Kosten entstehen dabei oft nicht durch die Systeme selbst, sondern durch doppelte Datenpflege, Medienbrüche und Abstimmungsaufwand zwischen den Abteilungen.
Genau deshalb setzt KUMAVISION nicht auf einzelne KI-Tools, sondern auf eine durchgängige Plattform. Auf Basis von Microsoft Dynamics 365 verbindet sie:
- ERP-Software für den Großhandel als Kern
- CRM für Sales, Marketing, Customer Service und Field Service
- Business Intelligence für fundierte Entscheidungen
- Konnektoren zu E-Commerce-Plattformen
(Shopify wird bereits im Business Central-Standard unterstützt) - Modern Workplace mit Office, Outlook und Teams
- Apps aus dem Microsoft AppSource, etwa für Sanktionslistenprüfung oder Versanddienstleister, ersetzen aufwendige Individuelprogrammierung
Alle Anwendungen greifen auf eine gemeinsame Datenbasis zu. Daraus entstehen echte End-to-End-Prozesse über mehrere Abteilungen hinweg – und erst diese gemeinsame Basis macht KI-Unterstützung im Tagesgeschäft wirklich nutzbar.
KI, die direkt im Prozess arbeitet
KI ist bei KUMAVISION deshalb kein Zusatzmodul, sondern in den Standardanwendungen der Plattform bereits enthalten. Ergänzt wird das durch eigene KI-Agenten, die das Consulting-Team von der Idee über den Prototyp bis zum produktiven Einsatz begleitet. Mögliche Einsatzszenarien für zukünftige KI-Agenten:
- Payables Agent: verarbeitet Eingangsrechnungen automatisch, vom Posteingang bis zur Buchung im ERP
- Disposition Agent: priorisiert kritische Artikel und erstellt belastbare Entscheidungsgrundlagen für den Einkauf
- Cross Selling Agent: erkennt Verkaufschancen datenbasiert und schlägt passende Zusatzangebote vor
Flexibel bleiben statt Projekte stemmen
Weil die Plattform modular aufgebaut ist, muss ein Unternehmen auf neue Anforderungen nicht mit einem komplexen Projekt reagieren, sondern kombiniert vorhandene Anwendungen und Apps. Und weil sie als SaaS betrieben wird, bleibt sie automatisch aktuell – funktional wie regulatorisch – und lässt sich einfach skalieren.
Fazit
Nicht die einzelne KI-Anwendung entscheidet über den Vorsprung, sondern die Plattform dahinter. Wie sich daraus zusätzliches Wachstum durch neue Geschäftsmodelle und Services entwickeln lässt, zeigen wir in Teil 3 unserer Serie.
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Unser Handelsexperte Benjamin Weiher nimmt sich gerne Zeit für ein unverbindliches Gespräch über Ihre Ziele und Anforderungen.
Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Branchenseite für den Großhandel.






