26. Februar 2020

IIoT zum Anfassen: KUMAVISION entwickelt digitale Modellfabrik

Wie werden digitale Prozesse in der Fabrik der Zukunft abgebildet? Wie arbeiten verschiedene Industrie 4.0-Anwendungen zusammen? Und welche Aufgaben übernimmt das ERP-System? Um diesen und weiteren Fragen nachzugehen, baut ein Team aus Auszubildenden der KUMAVISION eine Modellfabrik, an der Digitalisierungsszenarien entwickelt sowie getestet werden können.

Um das Thema Industrial Internet of Things (IIoT) greifbarer zu machen und die Möglichkeiten der Vernetzung von Maschinen zu demonstrieren, entwickelt ein neunköpfiges Team bestehend aus Auszubildenden und Masterstudenten eine Fabrik im Miniaturformat: Vom Wareneingang über die Produktion bis hin zum Lager sind die verschiedenen Unternehmensbereiche miteinander verbunden. Ziel des Projektes ist es, durch die Anbindung der Modellfabrik an die ERP-Branchensoftware von KUMAVISION verschiedene Prozesse realitätsgetreu nachzubilden. Neben internen Schulungen wird das Modell auch für Demonstrationszwecke auf verschiedenen Veranstaltungen wie Messen eingesetzt: Fachbesucher können am interaktiven Modell verschiedene Szenarien wie die Überwachung von Logistikprozessen selbst durchspielen und eigene Anforderungen mit den Experten von KUMAVISION diskutieren. Denn die konkreten Praxisbeispiele visualisieren abstrakte Vorgänge und helfen dabei, Ansatzpunkte für Digitalisierungsprojekte im Unternehmen einfacher zu identifizieren.

Projekt in Eigenregie

Basis des Modells ist die Lernfabrik 4.0 von fischertechnik, die neben den verschiedenen Modulen wie Brennofen, Förderband und Hochregallager auch die grundlegende Infrastruktur bereitstellt: Sechs Controller steuern die Fabrik vollautomatisch und kommunizieren über ein offenes Nachrichtenprotokoll miteinander. Die Aufgabe für die Auszubildenden aus Dortmund besteht darin, die Modellfabrik aufzubauen und IoT-ready zu machen. Dafür programmieren die angehenden Anwendungsentwickler die Funktionalitäten der Fabrik und binden anschließend alle Prozesse an die auf Microsoft Dynamics 365 basierende KUMAVISION Branchensoftware für die Fertigung an, die als zentraler Integrationshub agiert. So kann der gesamten Warenfluss nachgebildet werden: Im Wareneingang erhalten die eingehenden Artikel in Form eines Bausteins Etiketten mit eingebauten RFID-Transponder. Dieser dient der Kennzeichnung und stellt sicher, dass der Artikel auch in nachfolgenden Prozessen eindeutig identifiziert und der jeweilige Bearbeitungsstatus verfolgt werden kann. Anschließend durchläuft das Werkstück verschiedene Fertigungsstationen und die Sortierstrecke, wo er nach Farbe eingeordnet und zur Packstraße transportiert wird. Während des gesamten Prozesses werden Sensor- und Bewegungsdaten erfasst, dazu Kamerabilder und Durchlaufzeiten. Zudem stellt ein Umwelt-Sensor aktuelle Daten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und -druck bereit.

Echte Teamarbeit

Mitte April ist die Anbindung des Warenlagers an die ERP-Software geplant, weitere Abteilungen folgen nach und nach – ganz so wie es auch bei einer richtigen Implementierung der Fall ist. Wann welche Aufgabe ansteht und wer diese erledigt, darum kümmert sich das Team selbst. So erwerben die Auszubildenden im Projekt „Modellfabrik“ nicht nur wichtige Programmierfähigkeiten, sondern können auch ihre in Kursen erworbenen Kenntnisse im Bereich Projektmanagement in die Praxis umsetzen. Mit Schulungen und Planspielen begleiten die Ausbilder das Projekt und stehen bei Fragen jederzeit zur Seite. Input erhalten die Auszubildenden auch durch den engen Austausch mit dem Digitalisierungsteam bei KUMAVISION sowie von interessierten Mitarbeitern, welche die Fortschritte verfolgen. Denn der Modellfabrik wird im gesamten Unternehmen eine große Aufmerksamkeit entgegengebracht und lockt bereits in diesem frühen Stadium viele IoT-Interessierte an. Am 20. April hat die Modellfabrik dann ihren ersten großen Auftritt: Besucher der Hannover Messe können sie auf dem VDMA-Gemeinschaftsstand (Halle 17/Stand C40) live erleben.

deenit
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