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Scrum und klassisch: Das Beste aus zwei Welten

Hybride Modelle vereinen agile Methoden und klassisches Projektmanagement.

Carsten Severin

Verantwortet als Head of Project Management Office (PMO) bei KUMAVISION die Projektimplementierung und ist zertifizierter Project Management Professional (PMP)®, Scrum-Master sowie Product-Owner.

„Ich glaube, es ist verlockend, wenn das einzige Werkzeug, das man hat, ein Hammer ist, alles zu behandeln, als ob es ein Nagel wäre.“ Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow brachte mit diesem einfachen Bild ein grundlegendes Prinzip menschlicher Herangehensweisen auf den Punkt: Wenn ich nur einen Weg kenne, eine Herausforderung zu lösen, werde ich alles so zurechtbiegen, bis mein Weg zum Problem passt. Egal wie sinnvoll oder effizient dieses Vorgehen ist. Deshalb ist es wichtig, mehr als ein Werkzeug im Koffer zu haben, um wechselnden Herausforderungen mit unterschiedlichen Strategien begegnen zu können.

 

Methoden dienen dazu, das Ziel zu erreichen

Diese Flexibilität ist gerade auch im Projektmanagement essenziell und von allen Seiten ausdrücklich erwünscht. Kein Vorgehensmodell – ob agil oder klassisch – erhebt den Anspruch, für jedes Vorhaben vollumfänglich die optimale Lösung zu bieten. Deshalb war Projektmanagement auch schon immer viel weniger dogmatisch, als man das vielleicht vermuten würde. In der Regel denken und handeln Projektleiter pragmatisch und nutzen die Methoden, die am besten geeignet sind, die Projektziele zu erreichen. Ob diese dem klassischen oder agilen Ansatz zuzuordnen sind, spielt eine untergeordnete Rolle. Erlaubt ist, was den Erfolg bringt. Und so finden scheinbare Gegensätze zusammen. Auch wenn Scrum und klassisches Projektmanagement in Ansatz und Struktur diametral gegenüberstehen, so können sie doch gemeinsam angewendet werden.

 

Hybride Modelle vereinen agile Methoden und klassisches Projektmanagement

Aber wie könnte eine sinnvolle Kombination aussehen? Dazu lohnt ein Rückblick auf den letzten Artikel dieser Reihe. Dort haben wir die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Ansätze herausgearbeitet. Grob gesagt spielt klassisches Projektmanagement seine Stärken aus, wenn von Anfang an klar ist, was am Ende stehen soll. Scrum bringt seine PS dagegen am besten auf die Straße, wenn das Endergebnis erst während der Entwicklung exakt definiert werden kann. Gerade bei großen und langfristig angelegten Projekten kann es daher sinnvoll sein, das Beste aus zwei Welten zu kombinieren. Dazu bietet es sich an, das gesamte Vorhaben in kleinere Teilprojekte zu strukturieren. Die große Klammer ist das phasenbasierte, klassische Projektmanagement. Die einzelnen Teilprojekte werden als Meilensteine mit anschließenden Reviews abgeschlossen. So bleibt das Gesamtprojekt übersichtlich und transparent. Die Teilprojekte selbst können dann – je nach Bedarf – agil abgewickelt werden. In einem Softwareprojekt würde dann an jedem Meilenstein ein lauffähiges und bereits präsentiertes System stehen. Somit ist der Kunde immer mit im Boot und das Risiko von grundlegenden Fehlentwicklungen ist sehr gering.

 

Hybrides Projektmanagement ist die Zukunft

Große Projekte mit einem Hybridmodell zu managen klingt also sehr logisch und einleuchtend. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Beteiligten ein hohes methodisches Wissen in beiden Welten brauchen. Denn nur damit lässt sich sicher entscheiden, wann welcher Ansatz mehr Vorteile verspricht und wie sich daraus ein maßgeschneidertes Konzept entwickeln lässt. Aber gerade vor dem Hintergrund der rasant fortschreitenden Digitalisierung und den daraus resultierenden Großprojekten mit einer hohen inhärenten Dynamik werden hybrid geführte Projekte in Zukunft stark zunehmen.

Infografik hybrides Projektvorgehen

 

Gut ausgerüstet gelingt die Umsetzung

Um auf das eingangs erwähnte Bild von Abraham Maslow zurückzukommen: Für hybrides Projektmanagement brauchen die Beteiligten Hammer, Schraubenzieher, Zange, Säge und vieles mehr in ihrem Werkzeugkoffer. Und vor allem einen Partner, der damit umzugehen weiß.

 

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